Ein Holzcarport braucht alle zwei bis drei Jahre Lasur, und nach zehn Jahren fangen die Pfosten am Boden an zu faulen. Ein Carport aus Metall steht nach zehn Jahren noch genauso da wie am ersten Tag, sofern er richtig geplant wurde. Genau an der Planung scheitern viele Projekte: zu schmal für die Autotür, zu niedrig für den Dachträger, kein Gefälle auf dem Dach oder eine Regenrinne, die das Wasser direkt vor die Haustür leitet. Wer Material, Maße, Dach und Genehmigung in genau dieser Reihenfolge klärt, vermeidet die meisten dieser Fehler.
Stahl oder Aluminium?
Beide Materialien rosten nicht, wenn sie richtig behandelt sind. Der Unterschied liegt im Gewicht, in der Tragfähigkeit und im Preis.
Stahl, feuerverzinkt und pulverbeschichtet
Stahl ist steifer und trägt mehr. Das merkt man, sobald der Carport breit wird, zum Beispiel beim Doppelcarport mit sechs Metern Spannweite, oder wenn das Dach Schnee tragen muss. Stahlprofile kommen mit kleineren Querschnitten aus und wirken dadurch schlanker. Feuerverzinkt und anschließend pulverbeschichtet hält die Konstruktion Jahrzehnte ohne Pflege. Kratzer beim Rangieren sind kein Drama, weil die Zinkschicht darunter weiter schützt. Ein Stahlcarport lässt sich außerdem problemlos an Zaun und Tor anpassen, wenn diese ebenfalls aus Stahl sind. Profile und RAL-Farbe lassen sich dann eins zu eins übernehmen.
Aluminium
Aluminium wiegt etwa ein Drittel von Stahl und korrodiert von Natur aus nicht. Das macht es beliebt für Bausätze, die zwei Personen an einem Samstag aufstellen sollen. Der Nachteil zeigt sich bei großen Spannweiten. Damit ein Aluminiumträger dieselbe Last trägt wie ein Stahlträger, muss er deutlich höher sein, und das sieht man. Aluminium ist im Einkauf außerdem teurer. Für einen Einzelcarport ohne Schneelastprobleme ist es eine gute Wahl, beim Doppelcarport oder beim Wohnmobil-Stellplatz spricht mehr für Stahl.
Welche Maße braucht ein Carport?
Die Garagenverordnungen der Länder schreiben für einen Stellplatz mindestens 2,30 Meter Breite und 5 Meter Länge vor, bei einer Seitenwand 2,40 Meter. Das ist das rechtliche Minimum und im Alltag zu knapp. Wer die Fahrertür ganz öffnen und mit Einkaufstaschen aussteigen will, plant eine Breite von 3 Metern ein. Bei der Länge lohnen sich 5,50 bis 6 Meter, damit hinter dem Auto noch Platz für Fahrräder oder die Mülltonnen bleibt.
Gängige Maße in der Praxis:
- Einzelcarport: 3 × 5 bis 3,5 × 6 Meter
- Doppelcarport: 6 × 5 bis 6 × 6 Meter, bei zwei SUVs eher 6,5 Meter breit
- Carport für Wohnmobil oder Wohnwagen: 4 × 8 Meter mit einer Durchfahrtshöhe von 3,20 bis 3,60 Metern
- Carport mit Abstellraum: Grundmaß plus 1,5 bis 2 Meter für einen abschließbaren Geräteraum an der Rückseite
Bei der Höhe gilt eine einfache Regel: Die lichte Durchfahrtshöhe sollte mindestens 40 Zentimeter über dem höchsten Punkt des Fahrzeugs liegen, Dachbox oder Fahrradträger eingerechnet. Ein Kombi mit Dachbox kommt schnell auf 1,95 Meter, die Unterkante des Trägers liegt dann besser bei 2,30 Metern oder höher.
Dach, Gefälle und Entwässerung
Das Dach eines Metallcarports besteht meist aus Trapezblech. Es ist leicht, tragfähig und in allen gängigen RAL-Farben erhältlich. Ein Detail, das Billiganbieter gern weglassen, ist die Antitropfbeschichtung auf der Unterseite. Ohne sie bildet sich an kalten Morgen Kondenswasser unter dem Blech, das dann auf Lack und Windschutzscheibe tropft. Mit der Beschichtung wird die Feuchtigkeit gebunden und verdunstet später.
Auch ein Flachdach braucht Gefälle, mindestens zwei bis drei Prozent, damit Regen und Schmelzwasser ablaufen und sich keine Pfützen auf dem Blech bilden. Das Wasser wird in eine Rinne geführt, die entweder vorgesetzt oder unsichtbar im Dachprofil integriert ist. Die integrierte Variante ist optisch ruhiger, die vorgesetzte lässt sich leichter reinigen. Wichtig ist, wohin das Fallrohr führt: in eine Versickerung, eine Regentonne oder den Kanal, aber nicht auf den Weg zur Haustür.
In Berlin und dem größten Teil Brandenburgs gilt Schneelastzone 2. Ein Metallcarport muss für diese Last bemessen sein, und genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen einem Bausatz aus dem Internet und einer Konstruktion, deren Träger und Pfosten für das konkrete Maß berechnet sind.
Seitenwände und Abstellraum
Ein offener Carport schützt von oben. Gegen Schlagregen von der Wetterseite und gegen Einblicke vom Nachbarn helfen feste Seitenelemente. Sie bestehen aus denselben Profilen wie der Zaun, aus Lamellen oder aus Wellblech. Eine einzige geschlossene Wand an der Wetterseite bringt bereits spürbar mehr Schutz, ohne dass der Carport wie eine Garage wirkt.
Wer eine Seite ganz schließt und an der Rückseite eine abschließbare Tür einsetzt, bekommt einen Geräteraum für Rasenmäher, Winterreifen und Gartenmöbel. Hier lohnt ein Blick auf die Genehmigung, denn mit dem Raum ändert sich rechtlich unter Umständen die Einstufung des Bauwerks.
Fundament und Montage
Die Pfosten eines Metallcarports stehen auf Punktfundamenten aus Beton, in der Regel 80 Zentimeter tief, damit der Frost sie nicht anheben kann. Entweder werden die Pfosten direkt einbetoniert oder mit Stützenfüßen auf die Fundamente geschraubt. Die zweite Variante hat den Vorteil, dass der Stahl nicht im feuchten Erdreich steckt. Wie tief und in welchem Abstand gegraben wird, folgt denselben Regeln wie beim Zaun, die im Beitrag über das Einbetonieren von Zaunpfosten ausführlich beschrieben sind.
Ein Bausatz sieht auf dem Papier günstig aus. In der Praxis bleibt die Arbeit an den Fundamenten, am exakten Ausrichten der Pfosten und am Dach beim Käufer, und ein Carport, der drei Zentimeter aus dem Winkel steht, bekommt das Blech nicht dicht. Bei einer Lieferung mit Montage setzt das Montageteam Fundamente, Pfosten und Dach in einem Zug, oft an ein bis zwei Tagen.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
In Berlin und Brandenburg sind Carports als überdachte Stellplätze unter bestimmten Grenzen verfahrensfrei, allerdings mit unterschiedlichen Grenzwerten.
In Brandenburg ist ein Carport bis 50 Quadratmeter Brutto-Grundfläche und 3 Meter mittlerer Wandhöhe verfahrensfrei, solange das Grundstück nicht im Außenbereich liegt (§ 61 BbgBO). Ein Doppelcarport mit 6 × 6 Metern fällt mit 36 Quadratmetern also noch darunter. In Berlin liegt die Grenze bei 30 Quadratmetern (§ 61 BauO Bln). Hier braucht derselbe Doppelcarport bereits ein Verfahren.
Auch ein verfahrensfreier Carport muss die Abstandsregeln einhalten. An der Grundstücksgrenze darf ein Carport in beiden Ländern höchstens 9 Meter je Grenze und 15 Meter insgesamt einnehmen, bei einer mittleren Wandhöhe von maximal 3 Metern. Garagen und andere Nebengebäude an derselben Grenze zählen mit. Zusätzlich kann der Bebauungsplan Dachform, Farbe oder Baugrenzen vorgeben. Die Abstandsregeln für Brandenburg haben wir im Beitrag zu den Zaunvorschriften in Brandenburg zusammengefasst, denn für Zaun und Carport an der Grenze gelten viele Punkte gleichermaßen. Ein kurzer Anruf beim Bauamt vor der Bestellung kostet zehn Minuten und erspart im Zweifel einen Rückbau.
Was kostet ein Carport aus Metall?
Die Preise hängen vor allem von der Größe, dem Material und davon ab, ob der Carport als Bausatz oder montiert geliefert wird. Richtwerte für feuerverzinkte und beschichtete Ausführungen inklusive Trapezblechdach:
- Einzelcarport Stahl, 3 × 5 Meter: ab etwa 2.500 Euro, mit Montage ab etwa 3.500 Euro
- Doppelcarport Stahl, 6 × 5 Meter: ab etwa 4.500 Euro, mit Montage ab etwa 6.000 Euro
- Aluminium: bei gleicher Größe etwa 15 bis 25 Prozent teurer als Stahl
- Wohnmobil-Carport, 4 × 8 Meter: ab etwa 5.500 Euro, mit Montage ab etwa 7.500 Euro
- Aufpreise: Seitenwand ab etwa 600 Euro je Seite, integrierte Rinne ab etwa 300 Euro, Abstellraum ab etwa 1.500 Euro
Die Fundamente kommen je nach Boden hinzu, bei einem Einzelcarport mit vier bis sechs Pfosten meist einige hundert Euro. Smith Kunstschmiede fertigt Carports aus Stahl und Aluminium nach Maß, mit Trapezblechdach und Antitropfbeschichtung, auf Wunsch mit Seitenwänden in der Optik des vorhandenen Zauns. Ausführungen und Details stehen auf der Seite Carports aus Metall, fertige Projekte zeigt die Carport-Galerie. Eine unverbindliche Anfrage ist über die Kontaktseite möglich.
Carport, Tor und Zaun zusammen planen
Der Carport steht fast immer an der Einfahrt, also genau dort, wo auch Tor und Zaun sitzen. Werden die drei getrennt bestellt, passen am Ende oft die Farben nicht, die Höhen springen und der Torpfosten steht einen halben Meter neben dem Carportpfosten. Bei einer gemeinsamen Planung kann ein Pfosten beide Aufgaben übernehmen, die Seitenwand des Carports setzt das Zaunmuster fort, und Briefkasten oder Paketbox finden ihren Platz im selben Pfosten. Wie sich Tor, Zaun und Belag zu einer stimmigen Zufahrt verbinden, zeigt der Ratgeber Hofeinfahrt gestalten.
Häufige Fragen zum Carport aus Metall
Ist ein Carport aus Stahl oder aus Aluminium besser?
Stahl trägt mehr und bleibt bei großen Spannweiten schlanker, Aluminium ist leichter und etwas teurer. Für den Einzelcarport eignen sich beide, beim Doppel- oder Wohnmobilcarport ist Stahl meist die stabilere und günstigere Lösung.
Wie breit sollte ein Carport für ein Auto sein?
Rechtlich reichen 2,30 Meter, bequem wird es ab 3 Metern. Dann lässt sich die Fahrertür ganz öffnen, ohne am Pfosten anzuschlagen.
Wie groß darf ein Carport ohne Baugenehmigung sein?
In Brandenburg bis 50 Quadratmeter, in Berlin bis 30 Quadratmeter Brutto-Grundfläche, jeweils mit höchstens 3 Metern mittlerer Wandhöhe und nicht im Außenbereich. Grenzabstände und Bebauungsplan gelten trotzdem.
Tropft es unter einem Blechdach?
Ohne Antitropfbeschichtung bildet sich an kalten Tagen Kondenswasser unter dem Trapezblech. Mit Beschichtung auf der Unterseite wird die Feuchtigkeit gebunden und das Auto bleibt trocken.
Wie lange dauert die Montage eines Metallcarports?
Ein Einzel- oder Doppelcarport steht meist nach ein bis zwei Tagen. Bei einbetonierten Pfosten kommt eine Wartezeit hinzu, bis der Beton abgebunden hat.
Kann ich an einen Carport später eine Seitenwand anbauen?
Ja, wenn die Pfosten dafür ausgelegt sind. Am einfachsten ist es, die spätere Wand gleich bei der Bestellung einzuplanen, damit Befestigungspunkte und Statik passen.
