Der Zettel im Briefkasten ist inzwischen der häufigste Kontakt mit dem Paketboten: nicht angetroffen, abgeholt werden kann morgen ab 16 Uhr im Kiosk drei Straßen weiter. Wer mehrmals pro Woche bestellt, hat dieses Spiel irgendwann satt. Eine Paketbox am Grundstück beendet es. Der Zusteller legt das Paket ab, die Klappe fällt zu, und die Sendung liegt trocken und verschlossen, bis jemand nach Hause kommt. Vor dem Kauf sollte man wissen, welche Bauart zum Grundstück passt, wie groß die Box sein muss und was die Paketdienste brauchen, damit sie tatsächlich hineinliefern.
Wandbox, Säule oder direkt im Zaun
Die meisten Paketboxen im Handel sind Blechschränke zum Anschrauben an die Hauswand oder zum Aufstellen neben der Haustür. Das funktioniert, sieht aber selten nach einem geplanten Teil des Hauses aus. Wer ohnehin einen Metallzaun hat oder einen plant, kann die Box gleich mitdenken. Vier Varianten haben sich in der Praxis bewährt.
Freistehende Säule am Weg
Eine schlanke Stele aus Stahl oder Edelstahl, meist 40 bis 50 Zentimeter breit und 120 bis 150 Zentimeter hoch, steht an der Grundstücksgrenze oder neben der Einfahrt. Oben der Briefeinwurf, darunter die Paketklappe, unten die Entnahmetür. Der Vorteil: Der Bote muss das Grundstück nicht betreten, und die Säule lässt sich später versetzen, wenn der Vorgarten neu angelegt wird. Ein Betonfundament oder eine Bodenplatte mit vier Ankern reicht.
In das Zaunfeld eingebaut
Bei einem Sichtschutzzaun aus Lamellen oder Blechpaneelen lässt sich die Box als eigenes Feld zwischen zwei Pfosten setzen. Die Front nimmt das Muster der Nachbarfelder auf, von außen sieht man nur die Klappe und das Schloss. Die Box verschwindet optisch, obwohl sie 60 oder 80 Zentimeter breit ist. Für Grundstücke mit wenig Platz vor dem Haus ist das oft die einzige Lösung, die nicht im Weg steht. Wie solche Zaunfelder aufgebaut sind, zeigt unser Ratgeber zum Gartenzaun aus Metall.
Im Torpfosten oder in der Pforte
Der Pfosten neben dem Gartentor ist ohnehin massiv, häufig 15 bis 20 Zentimeter stark. Verbreitert man ihn auf 40 Zentimeter, entsteht darin Platz für Briefkasten, Klingel, Gegensprechanlage, Hausnummer und die Paketklappe. Damit sitzt die gesamte Haustechnik an einer Stelle und in derselben Farbe wie das Tor. Bei Neubauten mit anthrazitfarbenen Toren ist das inzwischen die meistgefragte Variante, weil sie den Vorgarten aufräumt. Es braucht dann weder eine Säule noch einen Kasten an der Wand, und der Kabelkanal für die Klingel entfällt ebenfalls. Was beim Tor selbst zu beachten ist, steht im Beitrag über das Gartentor aus Metall.
Anlage für das Mehrfamilienhaus
Für Häuser mit vier bis zwölf Parteien gibt es Paketkastenanlagen mit mehreren Fächern in einem Block, jedes mit eigenem Schloss. Der Zusteller legt ab, die Klappe schließt, der Mieter öffnet mit seinem Schlüssel. Solche Anlagen aus Edelstahl stehen an der Zufahrt oder neben der Briefkastenanlage und lösen das Problem, dass in einem Mehrfamilienhaus nie jemand für alle öffnet.
Welche Größe braucht eine Paketbox?
Die Innenmaße entscheiden, ob die Box im Alltag nützt oder nur Päckchen aufnimmt. Ein DHL-Paket darf bis 120 mal 60 mal 60 Zentimeter groß sein, so groß baut aber niemand eine Box. Praxistauglich ist ein Innenraum von etwa 60 Zentimetern Höhe, 45 Zentimetern Breite und 40 Zentimetern Tiefe. Darin passt ein Schuhkarton genauso wie der übliche Versandkarton eines Online-Händlers mit 40 mal 30 mal 20 Zentimetern. Wer regelmäßig Getränkekisten, Katzenstreu oder Kleinmöbel bestellt, sollte eine XXL-Ausführung mit 80 Zentimetern Höhe einplanen.
Ebenso wichtig ist die Einwurföffnung. Eine Klappe von 40 mal 30 Zentimetern nimmt die meisten Sendungen auf, ohne dass der Bote sie hochkant hineinzwängen muss. Bei kleineren Öffnungen landet das Paket erfahrungsgemäß doch wieder vor der Tür.
Einwurf, Schloss und Sicherheit
Eine gute Paketbox arbeitet nach dem Prinzip der Einbahnstraße. Die Einwurfklappe öffnet nach außen, dahinter sitzt eine Rückhaltesicherung, meist ein Fallblech oder eine zweite Klappe, sodass niemand durch die Öffnung nach dem Inhalt greifen kann. Bei Stahlboxen sorgt eine Gasdruckfeder dafür, dass die Klappe beim Befüllen offen bleibt und danach kontrolliert schließt. Die Entnahme erfolgt über eine separate Tür mit Profilzylinder, der sich in eine vorhandene Schließanlage einbinden lässt.
Wer will, dass mehrere Pakete an einem Tag hineinpassen, achtet auf eine Klappe mit Sperre: Nach dem ersten Einwurf blockiert die Öffnung, bis der Besitzer entleert hat. Das schützt den Inhalt, bedeutet aber auch, dass der zweite Bote an dem Tag vor verschlossener Klappe steht. Für Vielbesteller ist eine Box ohne Sperre mit größerem Innenraum die bessere Wahl.
Gegen Diebstahl der ganzen Box hilft nur die Verankerung. Eine freistehende Säule wird mit Schwerlastankern in Beton gesetzt oder gleich einbetoniert. Eine im Zaun oder Torpfosten integrierte Box ist von Haus aus Teil einer fest gegründeten Konstruktion und lässt sich nicht wegtragen. Wer beim Thema Sicherheit ohnehin am Haus plant, sollte auch die Kellerfenster im Blick haben. Was dort wirklich schützt, steht im Ratgeber zu Fenstergittern als Einbruchschutz.
Damit DHL, Hermes und DPD wirklich hineinliefern
Eine Paketbox allein reicht nicht. Rechtlich muss der Zusteller ein Paket gegen Unterschrift übergeben. Damit er es stattdessen in die Box legen darf, braucht jeder Paketdienst eine Abstellgenehmigung, je nach Anbieter mit anderem Namen: bei DHL heißt sie Wunschort, bei DPD Abstell-Okay, bei GLS Abstellerlaubnis, bei Hermes WunschAblageort. DHL und DPD lassen sich online im Kundenkonto einrichten, GLS und Hermes wollen ein unterschriebenes Formular. Wichtig: Die Genehmigung gilt pro Person. In einem Vierpersonenhaushalt, in dem alle bestellen, sind es also vier Genehmigungen pro Dienst.
Mit der Genehmigung gilt das Paket als zugestellt, sobald es in der Box liegt. Die Haftung geht in diesem Moment auf den Empfänger über. Deshalb lohnt sich eine Box, die sich nicht aufhebeln lässt. Ein Blechkasten mit Vorhängeschloss erfüllt diese Anforderung nicht.
Briefkasten und Paketbox in einem
Die Kombination aus Briefkasten und Paketfach wird am häufigsten angefragt, weil sie mit einem Bauteil, einer Farbe und einem Fundament auskommt. Der Briefeinwurf sitzt oben in Griffhöhe, das Paketfach darunter. Zu beachten sind zwei Dinge. Erstens sollte das Brieffach ein eigenes Schloss haben, damit die Post nicht zwischen den Paketen liegt. Zweitens muss der Einwurfschlitz Format C4 aufnehmen, sonst wird jede Zeitschrift geknickt. Bei einer Maßanfertigung lassen sich außerdem Klingel, Gegensprechanlage und die beleuchtete Hausnummer in dieselbe Front setzen.
Selber bauen oder fertigen lassen?
Anleitungen für den Eigenbau aus Siebdruckplatten oder Restholz gibt es reichlich, und wer eine Werkstatt hat, bekommt an einem Wochenende eine funktionierende Kiste hin. Die Schwachstellen zeigen sich später. Holz quillt an einem Standort, der jeden Regen abbekommt, die Klappe schließt nach einem Winter nicht mehr sauber, und die Rückhaltesicherung ist meist das Erste, was beim Eigenbau wegfällt. Ein Zusteller, der die Box als unsicher einschätzt, legt das Paket daneben. Wer rechnet, kommt beim Selbstbau schnell auf 150 bis 250 Euro Material plus Schloss und Beschläge und hat dann eine Holzbox, die in fünf Jahren ersetzt werden muss. Eine verzinkte Stahlausführung steht dagegen ohne Wartung zwanzig Jahre und länger.
Was kostet eine Paketbox aus Metall?
Die Spanne ist groß, weil unter demselben Begriff dünne Blechkästen vom Baumarkt und massive Stahlkonstruktionen laufen. Richtwerte:
- Blechbox zum Anschrauben: 100 bis 300 Euro, Wandstärke unter einem Millimeter, oft mit Vorhängeschloss
- Markenbox freistehend, Stahl beschichtet: 500 bis 1.200 Euro, mit Gasdruckfeder und Zylinderschloss
- Maßanfertigung als Säule mit Briefkasten: ab etwa 900 Euro in feuerverzinktem, pulverbeschichtetem Stahl, in Edelstahl ab etwa 1.400 Euro
- Integration in Zaunfeld oder Torpfosten: je nach Größe 500 bis 900 Euro Aufpreis zum Zaun, da Pfosten, Fundament und Farbe ohnehin vorhanden sind
- Paketkastenanlage für das Mehrfamilienhaus: ab etwa 400 Euro pro Fach in Edelstahl, zuzüglich Fundament
Bei der Maßanfertigung bestimmen die Innenmaße, die Zahl der Fächer und die Frontgestaltung den Preis. Dafür sitzt die Box am Ende genau dort, wo sie hingehört, und in genau der Farbe des Zauns. Smith Kunstschmiede fertigt Paketboxen als freistehende Säule, als Zaunfeld oder als Teil des Torpfostens, wahlweise aus feuerverzinktem Stahl in jeder RAL-Farbe oder aus Edelstahl. Beispiele aus fertigen Projekten zeigt die Galerie Paketbox, eine unverbindliche Anfrage ist über die Kontaktseite möglich.
Der richtige Platz für die Box
Der Zusteller sucht nicht lange. Die Box muss von der Straße aus sichtbar und ohne Klingeln erreichbar sein, also an der Grundstücksgrenze oder direkt am Tor. Ein Standort hinter der Pforte funktioniert nur, wenn die Pforte tagsüber offen bleibt. Sinnvoll ist außerdem ein Abstand von der Entnahmetür zur Hauswand oder zum nächsten Pfosten, damit sie ganz aufschwingt. Wer ohnehin Mülltonnen an der Grenze stehen hat, kann Paketbox und Mülltonnenbox in einer Front zusammenfassen. Wie sich beides in den Vorgarten einfügt, beschreibt der Ratgeber Vorgarten gestalten. Die Montage übernehmen wir zusammen mit dem Zaun in einem Termin.
Häufige Fragen zur Paketbox aus Metall
Liefern alle Paketdienste in eine private Paketbox?
Ja, sofern für den jeweiligen Dienst eine Abstellgenehmigung vorliegt. DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS bieten sie an, teils online, teils per Formular. Ohne Genehmigung nimmt der Bote das Paket wieder mit.
Wie groß sollte eine Paketbox für Zuhause sein?
Ein Innenraum von rund 60 mal 45 mal 40 Zentimetern und eine Klappe von 40 mal 30 Zentimetern decken den Alltag ab. Für Getränkekisten oder Kleinmöbel empfiehlt sich eine XXL-Ausführung mit 80 Zentimetern Höhe.
Passen mehrere Pakete an einem Tag in die Box?
Bei Boxen ohne Einwurfsperre ja, solange der Innenraum reicht. Boxen mit Sperre blockieren nach dem ersten Einwurf, bis entleert wird. Für Haushalte mit vielen Bestellungen ist die Variante ohne Sperre mit größerem Fach praktischer.
Kann die Paketbox nachträglich in einen bestehenden Zaun eingebaut werden?
In vielen Fällen ja. Ein Zaunfeld wird durch das Paketmodul ersetzt oder ein Torpfosten gegen einen breiteren mit integrierter Box getauscht. Voraussetzung ist ein Aufmaß vor Ort, damit Höhe, Farbe und Muster zu den bestehenden Feldern passen.
Wer haftet, wenn ein Paket aus der Box gestohlen wird?
Mit der Ablage in der Box gilt das Paket als zugestellt, ab dann trägt der Empfänger das Risiko. Eine verankerte Stahlbox mit Rückhaltesicherung und Zylinderschloss schützt deshalb vor allem den eigenen Geldbeutel.
Braucht eine Paketbox eine Genehmigung vom Bauamt?
Eine freistehende Säule oder ein Einbau in den Zaun ist in Berlin und Brandenburg in der Regel verfahrensfrei. Steht die Box direkt an der Grundstücksgrenze, lohnt ein Blick in den Bebauungsplan oder eine Gestaltungssatzung, die Höhe und Material vorgeben kann.
